Miriam und ihre kleine Pippi@zweimalpippi

Quer-Denken, Nach-Fragen, Beziehung-Leben, Herz an Herz auf dem Abenteuerweg mit meiner wilden, bezaubernden Pippi Langstrumpf ❤️ (*Okt. '16)

Abschied. Zeit zu gehen. 4 Jahre lang kenne ich diese kleinen, wunderbaren Wesen jetzt schon und zwei Jahre davon durfte ich sie als Klassenlehrerin begleiten, bevor meine kleine Tochter zur Welt kam. Abschied ist immer komisch. Und tut immer irgendwie weh. Mal mehr, mal weniger. Das spüre nicht nur ich, sondern auch die Kinder. Viele von ihnen weinen, sind total aufgelöst, wissen, dass jetzt vieles anders wird. Und dann beobachte ich etwas: Wie schwer es den Großen fällt, diesen Schmerz der Kleinen auszuhalten. Wie er weggeredet, klein geredet, ausgeredet wird. "Ihr braucht jetzt wirklich nicht zu heulen!" "So, jetzt kriegt ihr euch aber auch mal wieder ein.", "An der neuen Schule wird bestimmt alles besser." Ziel dieser Aussagen ist wohl irgendetwas zwischen Trost spenden, Zuversicht zusprechen oder die Situation irgendwie umzuwandeln. Was niemand tut, ist, diese Gefühle einfach mal stehen zu lassen. Anzusehen. Anzuerkennen. Sie sein zu lassen, so, wie sie sind. Weil sie ihre Berechtigung haben. Weil sie gerade gefühlt werden wollen, weil sie angemessen und genauso richtig sind wie jedes andere Gefühl. Ich sehe und beobachte, dass viele von uns das verlernt haben nicht aushalten können, wenn andere so fühlen. Als wir dann einen letzten Moment als Klasse im Klassenraum hatten, habe ich versucht, die Kinder einfach zu begleiten in ihren Gefühlen. Ich habe ein paar Tränen zusammen mit ihnen geweint wir haben uns in den Armen gelegen und wann einfach zusammen dankbar für die schöne Zeit. Und gleichzeitig traurig darüber, dass sie jetzt vorbei ist. So ist das Leben. Auch das gehört dazu. Es war ein wunderschöner, wertvoller Moment, den ich immer in Erinnerung behalten werde, weil er echt war. Und intensiv. Und sein durfte. Und er es genau deshalb leichter macht, sie gehen zu lassen. Lasst uns echt sein. Und mutig. Zu fühlen und zu überwinden. Für unsere Kinder. ❤️
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Entspannt frühstücken??! Tjaaa, das war heute leider ein Fail. Nachdem der Wecker heute Morgen nicht geklingelt oder ich ihn vor Müdigkeit einfach überhört habe (tippe auf Letzteres 🤔) sind wir eine Stunde zu spät aufgestanden. Also genau 15 Minuten vor Abfahrtszeit zum Abschlussgottesdienst an meiner Grundschule. Kurz überlegen - nein, absagen ist nicht drin, weil ich es den Kindern fest versprochen habe zu kommen. Also rein in meine improvisierte Garderobe, Zähne putzen und dabei Proviant zusammensuchen. Der kleinen Pippi erklären, dass wir gleich losfahren müssen, die natürlich nur eins will: Spielen. Die Windel kriegen wir dennoch irgendwie noch gut gewechselt, aber danach will sie wie so oft nackt sein. Und flitzt munter durchs Wohnzimmer. Die Uhr tickt, wir haben noch fünf Minuten. Ich zieh schon mal die Schuhe an, kämm schnell meine zerzausten Haare. 3 Minuten. Wieder appelliere ich an sie mit dem klaren Wunsch, dass ich sie jetzt anziehen möchte. Da entdeckt sie einen Korb im Wohnzimmer, der gerade viel spannender ist. 2 Minuten. Ich atme tief durch. Und sag es ihr nochmal, frage sie, ob sie es alleine versuchen möchte. Keine Reaktion. Ich spüre leichte Panik, wir müssen echt los. Tausend Gedanken rattern durch meinen Kopf. Ich könnte sie jetzt einfach schnappen. Sie in ihre Kleidung zwängen und schreiend zum Auto tragen. Würde wahrscheinlich irgendwie klappen. Die Macht und die Überlegenheit habe ich. Doch der Trick ist genau, diese nicht anzuwenden. Zumindest nicht so, dass jemand darunter leiden muss. Ich atme und bleibe total ruhig. Keine Ahnung, was ich jetzt tu, aber ich werde weder schreien noch schimpfen, egal was passiert. Sie macht nichts falsch. Sie kann weder etwas dafür, dass ich verschlafen habe, noch dass ich zu einem Termin muss. Ich schaue sie an, versuche, sie zu verstehen. Sage ihr, dass wir jetzt fahren müssen und frage sie, ob wir den Korb mitnehmen sollen. Wir packen ihr Frühstück fürs Auto und die Flasche hinein und auch ihre Kleidung. Daraufhin geht sie in den Hausflur. "Mama, kalt!", sagt sie und gibt mir ihren Pullover, damit ich ihn ihr anziehe. Kaum zu glauben, aber fast pünktlich verlassen wir das Haus. In Frieden. ❤️


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Pause. Raus hier. Einfach nur weg. Dorthin, wo es leiser ist, wo der Trubel nicht in den Ohren dröhnt. Wo nicht so viele Reize auf dich einprasseln. Flucht. Ruhe. In Mamas Arm, kuscheln, Nähe tanken, stillen. Die Akkus wieder aufladen, sich neu sortieren, abschalten, für einen Moment die Welt vergessen. Klar, direkt und unmissverständlich forderst du dieses Ritual immer wieder ein. Zu viel hast du zu verarbeiten, zu viel nimmst du auf und wahr. Irgendwann ruft dein Kopf nach einer Pause und dein Herz auch. Egal, ob zu Hause oder unterwegs, zu zweit oder mit vielen Menschen, ab einem gewissen Punkt trittst du für ein paar Minuten den Rückzug an, um danach wieder voller Neugierde ins Leben zu hüpfen. Ich bin dir dafür mein Kind. Und beneide dich ein bisschen. Dankbar, weil du mich mitnimmst. Weil ich diese Pausen genauso brauche wie du. Und oft durchatme, weil es einfach mal einen Moment lang nur uns gibt im lauten Trubel der Zeit, weil wir einfach hier und jetzt sind und nichts gerade wichtiger ist. Und ich beneide dich um deine Kompromisslosigkeit. Weil du einfach das tust, was gerade gut für dich ist. Und nichts anderes akzeptierst. Für dich und deine Bedürfnisse einstehst. Deine Grenzen spürst, wo mein Gefühl für mich selbst längst taub geworden ist. Auf deinen Körper hörst, wo ich meinen oft überfordere und noch darüber hinaus gehe. Dich zurückziehst, wo ich nicht unhöflich sein und nichts verpassen möchte. Deine Gefühle und Wünsche ernst nimmst, wo ich meine so wie gut immer denen der anderen unterordne. Ich habe es verlernt. Dass das, was ich brauche, wichtig ist und dass ich gut auf mich achten muss und darf. Es war nie wichtig genug. Da war immer jemand, dessen Gefühle mir als größer und wichtiger verkauft wurden. Und man spürt und lernt als Kind, dass Anpassung wichtiger ist als der eigene Schmerz, wenn es die Situation erfordert. Meine Tochter, du lehrst mich neu, auf mich zu schauen. Zu fühlen, was ich brauche. Zu tun, was mir gut tut. Nein zu sagen, wenn es mir nicht gut tut. Langsam, denn es sitzt tief. Aber mit jeder Pause, die wir uns nehmen, finde ich ein Stückchen näher zu meinen eigenen Bedürfnissen zurück. Ich danke dir dafür. 💕
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Da sitzt du nun, meine kleine Pippi. Mitten im Drogeriemarkt auf dem Boden und cremst dir deine nackten Füße ein, nachdem du unbedingt deine Schuhe ausziehen wolltest. Mein erster Impuls war "Aaah, was macht sie da jetzt schon wieder?" Und mein zweiter, den ich inzwischen so gut wie immer direkt hinterher schicke: "Lass sie!" Und dann helfe ich dir aus den Schuhen. Du wirst dir schon was dabei gedacht haben. Okay, mit der Wahl der Zahnpasta als Creme bin ich zugegebenermaßen nicht ganz einverstanden 😅 Aber zusammen suchen wir eine Handcreme in der Farbe deiner Wahl aus und du legst los: Füße eincremen. "Was tut sie da?" wird sich so mancher fragen und gefragt haben. "Muss das sein? Hier? Jetzt?" Ich verstehe das. Und dennoch lohnt sich ein Blick hinter dein Anliegen. Wie so oft. Denn was die Leute nicht wissen: Du und ich, wir beide haben Neurodermitis. Im Sommer ist das besonders hart. Du darfst nicht ins Freibad. Und an manchen Tagen kratzt du dir die Füße blutig. Wie ich damals als Kind. Dann hilft nur noch Cortisonsalbe oder eine teure Creme aus der Apotheke. Das ist also oft unser Ritual. Wir cremen abends deine Beine und Füße ein, damit du dich nicht zu sehr im Schlaf kratzt. Und als du die ganzen Cremedosen sahst, hast du dich daran erinnert. Und an Ort und Stelle selbstwirksam deine Füße eingecremt. Macht total Sinn in meinen Augen. Da will man auch nicht noch 20 Minuten warten, bis es zur Kasse zum Bezahlen geht. Jetzt hast du also deine eigene Creme. Und das Einschmieren wird dich wohl leider noch ein bisschen länger begleiten. Ich bin stolz auf dich, meine tapfere, kluge Tochter. Und ich halte dir den Rücken frei. Auch, wenn ich die Blicke und das Zischeln nicht ganz ignorieren konnte. Du warst mir in dem Moment wichtiger als irgendwelche wildfremden Menschen und ihre Meinung. ❤️
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Genau einen Monat haben wir noch. Zusammen. Zu zweit. Elternzeit. Kinderzeit. Dann geht es auf zu neuen Ufern. Für uns beide. Loslassen. Vertrauen. Manchmal fühlt er sich mulmig an, dieser Gedanke, dass du dann fast jeden Tag einige Stunden ohne mich sein wirst. Und dennoch bin ich mit jedem Tag mehr denn je davon überzeugt, dass es richtig ist. Für dich. Und für mich. Und für uns als Familie. Wir haben deinen Kindergarten mit viel Bedacht gewählt. Und zahlen gerne noch ein bisschen mehr, damit du gutes, gesundes Essen bekommst und an einem Ort bist, an dem wir den Menschen wirklich vertrauen. Dass sie auf dich achten. Dich sehen. Dich einladen und mitnehmen in eine kleine, bunte, achtsame Welt. Dennoch kann ich nicht mehr immer für dich da sein. Wenn du dich mal verletzt. Überfordert bist. Frust hast und ihn loswerden willst. Wenn du Angst hast oder einfach meine Nähe brauchst. Und ich kann nur hoffen, dass all die Liebe und Geborgenheit, die wir dir in diesen ersten zwei Lebensjahren mitgeben, dich tragen und dir helfen, auch in andere Menschen zu vertrauen, die es gut mit dir meinen.
Und da ist auch noch ein Gefühl: Erleichterung. Nicht mehr alles so oft alleine schultern zu müssen. Auch mal wieder ein bisschen aufatmen zu können. Mal wieder ein bisschen mehr nur Ich sein zu dürfen. Selbstbestimmtheit. Gedanken sortieren. Wieder mehr Struktur zu etablieren. Die ich so sehr brauche. Und die mir im Moment oft fehlt. Weil manchmal selbst zwei Hände nicht reichen für ein Kind, das unheimlich viel fordert und so viel Beschäftigung und Input braucht. Manchmal bleibt hier nichts mehr für mich übrig. Und dann fühle ich mich unausgeglichen. Unzulänglich. Überfordert. Und einsam. Auch das ist ein Gefühl, das sich hier ab und zu eingeschlichen hat nach fast zwei Jahren Elternzeit mit wenig familiärer Unterstützung. Deshalb stehe ich voll und ganz hinter unserer Entscheidung, bei all der Diskussion um kitafrei und Co.: Unsere kleine Pippi geht bald in den Kindergarten. Und ich freue mich darauf. Und sie auch, so gut kenne ich mein Kind. Und trotzdem habe ich ein bisschen Herzklopfen vor dieser neuen Zeit. Deshalb machen wir es uns noch einmal extra schön ❤️


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Okay, ich muss gestehen- ich muss in dieses Autonomie-Ding noch son bisschen reinwachsen. Zumindest, was das Anziehen betrifft. Heute ein schickes Kleidchen für Papas Schul-Abschlussfest rausgesucht inklusive süßer Zöpfchen und passender Schuhe - kannste knicken. Keine halbe Stunde nach der Ankunft war die kleine Pippi halbnackt in Unterwäsche und barfuß unterwegs und hat sich zwischenzeitlich auch noch ne neue Frise zugelegt. That's my girl, ein echter Freigeist eben. 🤷‍♀️
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Wählen eure Kids selbst ihre Kleidung aus? Wenn ja, wann hat das bei euch angefangen?
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Einfach mal den Mund halten. Nicht alles gleich kommentieren. Korrigieren. Dirigieren. Nicht ständig reinreden. Gut zureden. Zerreden. (Zer)stören. Unterbrechen. Nicht andauernd seinen Senf dazu geben. Ungefragt. Ermahnen, verbessern, belehren. Vormachen, besser machen, nicht machen lassen. Wegnehmen, zerren und ziehen, mit erhobenem Zeigefinger den Aufpasser spielen. Nicht ständig nach dem "Warum?" fragen, sondern viel öfter nach dem "Warum eigentlich nicht?" Loslassen, zulassen. Zusehen, hinsehen, staunend zuschauen. Statt "Pass auf!" vielleicht mal öfter "Ich passe auf." Dass ich dich nicht ständig stoppe und zurückrufe. Und mich einmische in das, was dir gehört. Dir zusteht. Dein ist. Dein Lernen, dein Entdecken. Dein Suchen und Versuchen, dein Finden und Verwerfen. Dein Experimentieren, dein Erforschen, dein Ausprobieren. Wer bin ich, mich darin einzumischen, dazwischen zu funken, dich zu maßregeln und dich am Leben zu hindern? Mich über dich zu erheben? Weil ich es angeblich besser weiß. Oder Angst habe. Oder zu bequem bin. Nein, ich verkneif es mir. Immer wieder. Immer mehr. Lass dir den Raum. Füll ihn aus, meine kleine Pippi. Deine Welt ist reich genug. .
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Ich kann nicht verhindern, dass Menschen dich enttäuschen werden. Ich kann nicht verhindern, dass sie dich zurechtweisen, verunsichern, dich kränken oder dich missverstehen. Ich kann und will dich nicht in Watte packen. Dich vor allem bewahren, was dir da draußen in der Welt begegnen mag, die manchmal hart ist und oft gnadenlos. Aber was ich tun kann, ist dir Kraft mitgeben. Und Liebe. Und Vertrauen. In mich, in uns, aber vor allen Dingen in dich selbst. Dass du richtig bist, wie du bist. Dass du alles schaffen kannst, wenn du daran glaubst. Dass du wertvoll bist und deine Träume und Wünsche wichtig sind. Dass du gesehen, gehört, geliebt bist hier bei uns. Und wenn du in dieser Gewissheit losziehst ins Leben, dann bin ich mir ganz sicher - so schnell wird dich nichts ins Wanken bringen können. Denn wie ein Baum, der starke Wurzeln hat, so darfst du hier bei uns Halt suchen und ihn finden. ❤️
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"Das ist Gewalt!", denke ich und spüre, wie die Wut in mir hochkocht. Es sind nur ein paar Gesprächsfetzen, die ich mitbekomme, während ich mit meiner Tochter spiele und mein Mann sich mit ein paar anderen Eltern über die Wutausbrüche der Kinder unterhält. Im Hintergrund tobt gerade ein kleiner Junge, der den gemopsten Luftballon nicht wieder hergeben mag und aus Protest und Verzweiflung seine Mutter haut. Mein Mann erzählt, wie er in solchen Situationen unsere Tochter auf den Arm nimmt, sie tröstet und ihr eine Geschichte erzählt, damit sie sich wieder beruhigt. Was ich dann höre, macht mich fassungslos. Während von einer Mutter der berühmte Satz folgt, die Kleinen müssten das aber auch lernen, erzählt ihr Mann mit der größten Selbstverständlichkeit und als wäre es völlig legitim, dass seine Frau ihre kleine Tochter immer unter die kalte Dusche stellt, wenn sie nicht mehr aufhört vor Wut zu toben, dann würde sie wieder einen klaren Kopf bekommen. Die anderen nicken verständnisvoll, während mein Mann die Augenbrauen hochzieht und mir einen vielsagenden Blick zuwirft. In solchen Momenten ist man irgendwie zu geschockt, um adäquat zu reagieren. Ich merke nur, wie mich dieses fiese, mulmige Gefühl beschleicht. Ich stelle mir ein schreiendes, hilfloses Mädchen vor, das sich nicht wehren kann und so etwas erleiden muss. Es bricht mir das Herz. Es ist Gewalt. Widerwärtiger Machtmissbrauch. Wann wachen wir endlich auf? Was tun wir dieses kleinen Wesen an? Alles in mir schreit. Es ist so ungerecht. Und diese Selbstgefälligkeit ekelt mich an. Und ich nehme mir fest vor, bei der nächsten Gelegenheit nicht mehr nur zu still zuzuhören...
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Was würdet ihr in so einer Situation tun oder sagen?
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Zeit, kleine Pippi. Ein Wort, das uns im Moment oft rettet. Zeit geben. Lassen. Warten. Verschieben. Verzögern. Verhandeln. Geduld. Nicht sofort, nicht genau jetzt. Druck raus. Erwartungen auch. Pläne abwandeln, improvisieren, umdisponieren. Nicht bestehen auf das, was soll, und muss schon mal gar nicht. Vorbereiten, ansagen, erklären, Wünsche äußern, Handlungen in Aussicht stellen. Und dann loslassen. Dich sein lassen. Frei. Und dann kommst du nach ein paar Minuten meist von ganz alleine zurück und es funktioniert. Anziehen, Zähne putzen, wickeln, nach Hause gehen, schlafen, essen. Ohne Weinen und Geschrei und Zwang und Druck und Frust. Von beiden Seiten. Zeit, unser engster Verbündeter im Moment. ❤️
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So viele Gefühle! So viel Frust und Wut und Hilflosigkeit. Ein bunter Mix aus allen Facetten, die dazu gehören. Und mit allen Ausdrucksformen, die man sich so vorstellen kann. Wie Wellen fegen sie über dich hinweg. Manchmal im Minutentakt. Und so schnell, wie sie kommen, ebben sie dann oft auch wieder ab. Meist bleibe ich ratlos zurück. Ich muss mich erst noch einfinden in diese neue, extreme Zeit. Die wohl noch ein bisschen andauern wird. Das hier hat eine neue Qualität. Und manchmal überrascht es mich immer noch. Dann bin ich nicht schnell genug, um rechtzeitig einzugreifen. Um andere zu schützen oder mich selbst. Und noch immer schäme ich mich manchmal. Und das will ich nicht. Und das muss ich nicht. Ach Pippi, es tut mir leid. Und doch weiß ich, es gehört dazu. Und du bist eben meine Tochter. Deine Mami ist halt auch kein Mauerblümchen. War sie nie. Da ist viel Wille. Und Temperament. Und Leidenschaft. Und Trotz. Und Durchsetzungskraft. Das kenne ich zu gut. Und ich verurteile dich nicht. Ich bin manchmal einfach ein bisschen hilflos. Und möchte einen guten Weg für uns durch diese Zeit finden. Die Zeit, in der ich und meine eigene Mutter uns verloren und nie wirklich wiedergefunden haben. Ich lerne und arbeite jeden Tag dafür. Einfach ist es nicht. Und oft bringt es mich an meine Grenzen. Aber ich bin mir so sicher, dass es sich lohnt. Für dich zu sein. Mit dir. Und niemals gegen dich. ❤️
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Hier sitzen wir also. Alleine im Sandkasten. Geflüchtet aus der Spielegruppe. Es war zu viel. Zu laut. Zu voll. Für dich. Und für mich ehrlich gesagt auch. Es geht im Moment nicht. Du schreist. Und kreischst. Und weinst. Haust, beißt und tobst vor Wut. Weil du dieses haben möchtest und mit jenem spielen willst und genau immer das bevorzugst, was die anderen gerade haben. Als dann ein anderes Kind zum Geburtstag noch einen Eimer geschenkt bekommen hat, den du unbedingt auch haben wolltest, ging gar nichts mehr. Und ich habe einen Cut gemacht. Ich habe dich getröstet und dann sind wir nach Hause gefahren. Ruhe. Entschleunigen. Auftanken. Mit deinem eigenen Spielzeug spielen. "Das sind die ersten, sie muss das lernen", tröstete mich eine andere Mama. Vielleicht ist das der Grund. Vielleicht ist sie es nicht gewohnt zu teilen. Und dann kommen die Zweifel. Vielleicht steht sie zu sehr im im Mittelpunkt bei uns? Verwöhnen wir sie zu sehr? Verhätscheln wir sie? Ziehen wir uns hier eine verwöhnte, egozentrische Prinzessin heran? Was sagen die anderen wohl über mich, wenn ich jetzt fahre? Denken sie, ich kriege es nicht hin? Dass ich auf dem falschen Weg bin? Wie sehen sie mein Kind? Betrachten sie es als anstrengend, aggressiv, gemein? Diese Bilder und Vorurteile sind noch immer so tief in unserer Gesellschaft verankert. Und sie betrachten häufig nur das Verhalten und selten die Motive. Die Überforderung, die Hilflosigkeit, die viel zu großen Gefühle der Kleinen. Und dann schaue ich auf mein Kind und besinne ich mich zurück auf all das, was ich weiß über dieses Alter, über diese Phase, über die Entwicklungsprozesse dieser kleinen Wesen. Und dann werde ich ruhig. Und versuche, wieder auf Kurs zu kommen. Zurück zu uns. Und zu der Überzeugung, dass es nicht zu viel Liebe und Verständnis und Zuwendung gibt. Dass es eine Phase ist und das alles dazu gehört. Dass ich ich vertrauen darf. Dass ich ein Kind habe, das vielleicht ein bisschen mehr Hilfe und Begleitung braucht, weil es einen starken Willen und Antrieb hat und einen unbändigen Entdeckerdrang. Und das ebenso wie ich immer wieder den Rückzug sucht, um Dinge zu verarbeiten. Das ist wir sind. Und das ist völlig okay. ❤️


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